agiles Arbeiten

Agil - was ist das eigentlich?

Agile Methoden sind für komplizierte Aufgaben und Themen geeignet, bei welchen sich Teams möglichst schnell an sich wandelnde Bedürfnisse der Zielgruppe und verändernde Rahmenbedingungen anpassen müssen. Wie das Ergebnis eines Prozesses aussieht, ist zu Beginn lediglich als grobes Ziel festgelegt. Ein Projekt wird nicht von A bis Z durchgeplant, sondern wird während des eigentlichen Arbeitsprozesses durch ständiges Hinterfragen von Zielen und Anforderungen präzisiert. 
Agile Methoden setzen vor allem auf Flexibilität statt auf starre Regeln und aufwendige Dokumentation. Das Konzept der Agilität umfasst kurze, überschaubare Planungs- und Umsetzungszyklen mit konkreten Ergebnissen („prototyping“), sodass sofortiges Anpassen auf veränderte Rahmenbedingungen möglich wird („inspect and adapt“). Fehler werden frühzeitig sichtbar und können bereits im Frühstadium korrigiert werden, Prioritäten werden regelmäßig hinterfragt und neu ausgerichtet.
Die bekannteste agile Methode ist "Scrum". Ursprünglich war Scrum ein Vorgehensmodell bei der Softwareentwicklung. Die Vorgehensweise und die damit verbundenen Methoden und Werkzeuge wurden auf andere Entwicklungsprojekte und allgemein auf das Projektmanagement übertragen. Daraus entwickelte sich der Begriff agiles Projektmanagement als Abgrenzung zum klassischen Projektmanagement.

Die agile Organisation

Wissenschaftler der Hochschule Fresenius haben verschiedene Voraussetzungen für agiles Arbeiten definiert. Hierzu zählt zum einen eine Vertrauenskultur mit hohem Maß an Selbstorganisation und Selbstverantwortung der einzelnen Teams und Mitarbeiter. Außerdem sollten moderne Formen der internen Kommunikation und des Wissensaustauschs praktiziert werden, beispielsweise mithilfe so genannter Social Collaboration Tools ("Enterprise 2.0"), die ein Höchstmaß an Transparenz schaffen und eine offene Feedback- und Fehlerkultur ermöglichen.
Darüber hinaus ist es für agile Mitarbeiter unerlässlich sich auf ein gemeinsames Ziel zu verständigen und Bereitschaft gegenüber Veränderungen zu zeigen. Bei all diesen Prozessen sollte das Verständnis für Kundenbedürfnisse im Fokus stehen. Charakteristisch für agile Organisationen sind die flachen und durchlässigen Hierarchien -  Entscheidungen werden nicht mehr traditionell „von oben“ getroffen.   Stattdessen findet ein aktiver Wissenstransfer in Cross-funktionalen Teams und Netzwerken statt, bei welchen jeder Mitarbeiter ein hohes Maß an Eigeninitiative übernimmt.

Agiles Management und agile Führung

Wenn infolge der Einführung agiler Methoden die Verantwortung bei den Mitarbeitern beziehungsweise Teams wächst, wirkt sich dies auf die Unternehmenskultur aus. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen andere Rollen einnehmen, neue Kompetenzen erlernen sowie ihre Arbeitsweisen und Denkart ändern.
In klassischen Unternehmen gibt es eine disziplinarische Führungskraft, die für ein Team verantwortlich ist. In der agilen Organisation verteilen sich die klassischen Führungsaufgaben  auf mehrere Rollen: Vor diesem Hintergrund ändert sich sowohl der Verantwortungsbereich einer Führungskraft als auch deren Führungsverständnis.
Das Führungsverständnis einer Führungskraft in einem agilen Unternehmen sollte folgende Ziele verfolgen:
  •  Verantwortung zu übergeben
  •  Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen agiles Arbeiten möglich ist
  •  Eine Unternehmenskultur zu unterstützen, die Fehler erlaubt
  •  Sich an den Ergebnissen zu orientieren, wobei die Prozesse lediglich das Mittel zum Zweck darstellen - im Vordergrund steht immer das Ergebnis
  •  Sich auf die Stärken der Mitarbeiter zu konzentrieren und Vertrauen aufzubauen